Podcast #25

Zwischen Nordseewind und Melkstand

Wir werfen einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen der landwirtschaftlichen Praxis von Molkereigenossenschaften. Von der Nordseeküste über die Weiden Irlands bis hin zum süddeutschen Alpenvorland arbeiten die Landwirt:innen in einem verantwortungsbewussten Lebensmittelsystem, das in Einklang mit den Klimaschutzzielen der EU funktioniert.

Die wichtigsten Take-aways:

  • Wahrnehmung versus Realität: Umfragen des EU-Programms „Enjoy, it’s from Europe“ zeigen, dass zwar 96 Prozent der Europäer:innen regelmäßig Milchprodukte konsumieren, aber nur 16 Prozent wissen, was sich auf den Höfen und in den Molkereien in Sachen Umweltstandards und Effizienz tatsächlich bewegt.
  • Standortvorteil Dauergrünland: Küstenregionen und Marschflächen an der Nordsee, irische Weiden oder alpine Wiesen in Hanglage eignen sich oft nicht für den klassischen Ackerbau. Auf dem Dauergrünland fungiert die Kuh als Veredlerin: Sie verwandelt für den Menschen ungenießbares Gras in ein hochwertiges Lebensmittel.
  • Genossenschaften als Fundament: Molkerei-Genossenschaften sind das wirtschaftliche Rückgrat des Systems. Als europäisches Erfolgsprinzip sichert das genossenschaftliche Modell, bei dem die Molkerei den Landwirt:innen selbst gehört, die Existenz von Familienbetrieben und stärkt die regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum.
  • Gelebter EU-Binnenmarkt: Das deutsch-dänische Grenzgebiet ist ein Beispiel, das verdeutlicht, wie kurze Wege, harmonisierte Qualitätsstandards und offene Grenzen funktionieren können: Dänische Landwirt:innen sind aktive Genossen in norddeutschen Gremien, tauschen Erfahrungen aus und liefern die Milch auch grenzübergreifend aus.

Worum geht es?

Diese Podcast-Folge ist eine Spezialausgabe im Rahmen des EU-Programms „Enjoy, it’s from Europe“. Landfluencerin Julia Nissen empfängt Molkerei-Geschäftsführer Christoph Bossmann direkt am Küchentisch in Nordfriesland. Sie sprechen über das Spannungsfeld zwischen den Erwartungen des Lebensmitteleinzelhandels und den wirtschaftlichen Realitäten auf den Höfen sowie über die Zusammenarbeit auf Augenhöhe von Molkereien und Landwirtinnen in Genossenschaften.

Dabei blicken die beiden weit über den regionalen Tellerrand hinaus. Warum schmeckt Milch aus dem Norden tatsächlich ein wenig nach Nordsee? Was bedeutet das Label „Weidemilch“ für den Arbeitsalltag der Landwirt:innen? Und warum ist Weidehaltung bei Wind und Wetter kein romantisches Idyll, sondern anspruchsvolles Betriebsmanagement?

Hier erfahrt ihr, wie genossenschaftliche Molkereien organisiert sind, wie moderne Familienbetriebe ressourceneffizient wirtschaften und warum Kreislaufwirtschaft schon auf der Weide beginnt.

Hört rein bei Let’s Talk Milch!
Alle Folgen findet ihr auf Apple Music, Spotify und Deezer.

Podcast: Zwischen Nordseewind und Melkstand – Jetzt anhören!

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“Wenn man regional kauft, stützt man auch die Region.” 

Christoph Bossmann

Wer ist der Talkgast?

Christoph Bossmann
Der Geschäftsführer bringt die unternehmerische Praxis einer norddeutschen Genossenschaftsmolkerei an den Küchentisch. Seine Molkerei produziert zertifizierte Tierwohl-Milch, setzt auf plastikeinsparende Verpackungskonzepte und auf eine emissionsarme Produktion am Standort. Das Unternehmen investiert in den Ausbau von Bio- und Gentechnik-freien Produkten sowie die Umstellung auf energieeffiziente Anlagentechnik, um CO₂-Emissionen einzusparen. So verbindet Bossmann die Tradition der nordfriesischen Meierei-Genossenschaft mit moderner Markenführung.

Wer ist die Moderatorin?

Julia Nissen
Julia Nissen erzählt vom Landleben, wie sie es kennt: mit Humor, Fachwissen und einem Blick für das, was Menschen auf dem Land bewegt. Als „Deichdeern“ verbindet die Agrarwissenschaftlerin und vierfache Mutter auf Instagram Landwirtschaft, Dorfleben und ihren Alltag zwischen Familie und Selbstständigkeit. Die Nordfriesin ist Gründerin und Geschäftsführerin der  Agentur Klönstedt für Agrarkommunikation, Gastdozentin an der Universität Kiel und Kolumnistin beim sh:z. Ihr Anliegen: Landwirtschaft verständlich machen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen.
Julia Nissen auf Instagram

Disclaimer
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für die Forschung (REA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden. Weitere Informationen zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung finden Sie hier: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)